Scrambled Ontologies: A Fabulation
Group show curated by Victoria Tarak

21. Okt. – 22. Dez. 2022
Sies + Höke, Düsseldorf

Copyright the artist

feat. Yalda Afsah, Mary Bauermeister, Grupo Mexa, Jaca, Sharon Kivland, Zoe Leonard, Jorge Loureiro, A.L. Steiner + robbinschilds, Anna R. Winder

Die Gruppenausstellung Scrambled Ontologies: A Fabulation entstand ausgehend von der Beschäftigung mit der aktuellen Forschung um „Wildheit“ im Umfeld von Jack Halberstam, Tavia Nyongo und José Esteban Muñoz. „Wildheit“ beschreibt einen Raum, der neue Perspektiven der Vielstimmigkeit und Solidarität in Abgrenzung zu kapitalistischen, kolonialistischen und heteronormativen Strukturen zu erfassen sucht. „Wildheit“ meint hier nicht die Rückkehr zu einer vermeintlichen Ursprünglichkeit oder einem kolonialen Imaginären, sondern die Formulierung neuer Bereiche der Verhandlung von Bedeutung und Repräsentation, die eine „Unordnung der Dinge“ vorschlagen. Ideen rund um „Wildheit“ beschäftigen sich mit der Rückgewinnung pluraler Agencies und ermöglichen das Nachdenken über ästhetische Erfahrungen, die dem Unsagbaren und Seltsamen begegnen ebenso wie eigensinnige und ungescriptete Handlungen beschreiben oder sich durch die Beschäftigung mit marginalen und instabilen Lebenswirklichkeiten kennzeichnen.

So wie Seins- und Handelsweisen zählen auch "Raum" und "Zeit" zu jenen Phänomenen, die, obgleich nicht fassbar, durch Ordnungssysteme und Kategorien zu beherrscht versucht werden. Diese Aneignungsprozesse können im Analogieschluss zu Mensch-Natur-Beziehungen als "Domestikation", also als Versuch der Zähmung und Regulierung verstanden werden. Auf der Suche nach sowohl den liberalisierenden als auch den widersprüchlichen und ambivalenten Zugängen zu diesen Entitäten spannt die Ausstellung ein fiktionales Netz von Sicht- und Umgangsweisen auf, die Alternativen zu vorherrschenden Raum- und Zeitregimen bilden.

Wie ein Schneebesen, der eine Masse aufschlägt und unterschiedliche Zutaten mit einander in Verbindung bringt, verrühren auch die künstlerischen Positionen in Scrambled Ontologies: A Fabulation verschiedene Zeitlichkeiten und Handlungsorte miteinander und suchen nach Glitches, markieren autonome Zonen, stiften zu Zeitreisen an oder formulieren neue Schwellenräume.

Mitten dort wo wir uns befinden und gleichzeitig Welten imaginierend, die von der eigenen unmittelbaren Wirklichkeit entfernt oder nicht greifbar zu sein scheinen, versammelt die Ausstellung Arbeiten, die die ermächtigende Wirksamkeit der Fabulation in den Blick nehmen und die geisterhaften Resonanzen zwischen Fakt und Fiktion mit einander vermengen. So entsteht ein Geflecht aus realen und imaginären Räumen sowie inneren und äußeren Architekturen, die die Verschiebung, Verzerrung oder Verdoppelung von Zeit herbeiführen.

( 1 ) Halberstam, Jack: Wild Things: The disorder of desire, London, 2020, S.12

Yalda Afsah, Hug, 2022

Copyright the artist

Für mehr Informationen zu den ausgestellten Werken kontaktieren Sie uns gerne unter post@sieshoeke.com

Zoe Leonard, Untitled (passage from Al río / To the River #1), 2017/2021 (detail); Grupo Mexa, Putz Bahia, 2019; Mary Bauermeister, Aus der Serie „Air Condition Nightmare“, 1967 - 1969 (detail); Glaskosmos I, 2019

Copyright the artits; Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf

Anna R. Winder, Grinder, 2022; Dancing processer, 2022; Zoe Leonard, Untitled (passage from Al río / To the River #1), 2017/2021

Copyright the artits; Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf

Zoe Leonard, Untitled (passage from Al río / To the River #1), 2017/2021 (detail); Grupo Mexa, Putz Bahia, 2019; window: Mary Bauermeister, Glaskosmos III, 2012; Glaskosmos II*

Copyright the artists; Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf

Jorge Loureiro, Who will save the lazy sperm?, 2021; — No fundo...No fundo do fundo... — No fundo, no fundo..., 2022; Noch kein Titel, 2020; A.L. Steiner + robbinschilds, C.L.U.E. (color location ultimate experience), Part I, 2007; Mary Bauermeister, Horizonal Sculpture, 1986 / 2022

Copyright the artits; Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf

Parallel Exhibition