Gerhard Richter
Photographs

18. Jan. – 17. Feb. 2024
Sies + Höke, Düsseldorf

Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf

Gerhard Richter | Photographs ist dem fotografischen Werk des Künstlers gewidmet und versammelt fotografische Unikate und seltene Foto-Editionen. Die Ausstellung umfasst frühe Selbstporträts, Porträtserien, Landschaften, experimentelle Abstraktionen und Reproduktionen von Richters eigenen Gemälden aus den Jahren 1965 bis 2021 und zeigt, wie der Künstler das bildnerische Potenzial der Fotografie im Laufe der Jahrzehnte seines Schaffens immer wieder neu ausgelotet hat.

Richters künstlerische Praxis ist untrennbar mit dem Medium Fotografie verbunden – "ja sie ist ohne dieses nicht denkbar", wie Dieter Schwarz betont. Nachdem er früh in seiner Laufbahn Fotografien als konzeptionelles Mittel eingesetzt und auf der Grundlage fotografischer Bilder verschwommene Gemälde geschaffen hatte, fotografierte Richter auch vorhandene Fotos unscharf ab und imitierte damit den eigenen malerischen Effekt, während er den Akt des Malens selbst umging. Mit dem Portrait Heiner Friedrich und dem bemerkenswert großformatigen Mao zeigt die Ausstellung zwei unikate fotografische Porträts aus dem Jahr 1970, die beide unscharfe Reproduktionen von Foto-Porträts anderen Ursprungs sind.

Mit demselben Interesse an der Überlagerung von Darstellungsebenen fotografierte Richter schon früh auch seine eigenen Gemälde und betrachtete diese Reproduktionen als völlig neue Werke. Dieter Schwarz bemerkt: "Der Status der Kopie, so könnte man sagen, erschien ihm wichtiger noch als ein vermeintlich originales Bild." Die Ausstellung zeigt Foto-Editionen einiger ikonischer Gemälde Richters, wie Onkel Rudi, Ema und Mustang-Staffel, sowie eine unikate Fotografie seines Gemäldes Blumen von 1992. Indem er anstelle der fotografischen Vorlagen seine Gemälde fotografiert, bezieht Richter die mit der Farbe vorgenommenen Veränderungen mit ein, wodurch sich die entstehenden Fotografien noch weiter von der ursprünglich aufgenommenen Realität entfernen.

Während seines gesamten Schaffens nutzte Richter die Kamera auch als Werkzeug für visuelle Experimente. Beispiele dafür finden sich in seinen experimentellen Selbstporträts von 1968 sowie in einer Reihe von performativen Aktionen, die von Volker Bradke ausgeführt und von Richter 1966 fotografiert wurden. Auch die erfindungsreiche Gruppe mehrfach belichteter Porträts, die Richter 1975 vom Künstlerduo Gilbert & George aufnahm und zum Teil später als Ölgemälde ausführte, strahlt eine spielerische Unmittelbarkeit aus.

Das Gleiche gilt für Richters fotografische Abstraktionen Ophelia und Guildenstern (beide 1998), in denen intensiv-farbige Lacke im freien Fluss gemusterte Strukturen mit Marmoreffekten entstehen lassen, die sich der Kontrolle des Künstlers entziehen. Andere abstrakte Fotografien, wie Uran und Abstraktes Foto (beide 1989), kreisen um die eigenen abstrakten Leinwände des Künstlers. Richter analysiert sie mit fotografischen Mitteln, indem er sie reproduziert, fragmentiert und wiederholt, um, so scheint es, dem Wesen der Bilder näher zu kommen.

Zwar gibt es in Richters Werk relativ wenige reine Fotografien – wie Schwarz betont: "die Fotos in der vorliegenden Ausstellung sind eher die Ausnahme als die Regel" –, doch seine fotografischen Strategien sind ebenso erfinderisch und vielfältig wie sein Werk im Allgemeinen. Gleichzeitig sind seine Arbeiten in anderen Medien vielfach von der Fotografie beeinflusst. Letztendlich bilden Fotografien Ursprung und Grundlage vieler von Richters Werken.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Essay von Dieter Schwarz, der auch bei der Vernissage sprechen wird.

Cibachrome-photograph, mounted on white cardboard, artist’s frame
95,2 x 88,3 cm
97,8 x 90,8 cm (framed)
Edition of 24 + I
Cat. Rais. Butin No. 83
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Colour photograph
40 x 30,4 cm
68,7 x 57 cm (framed)
Unique
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Kai Werner Schmidt
Photograph between Antelio- and Plexiglas
55 x 50 cm
Edition of 28 + 7 AP
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
6 photographs in black and white, on RC-paper
each 35 x 50,8 cm
each 46,5 x 62,3 cm (framed)
Edition of 50 + 2 AP
Cat. Rais. Butin No. 74

Loan from Olbricht Collection, not for sale
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf
Colour photograph, artist’s frame
18,4 x 26,2 cm
30,5 x 40,5 cm (framed)
Edition of 90 + XII
Cat. Rais. Butin No. 180
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Kai Werner Schmidt
Colour photograph, mounted on white cardboard, artist’s frame
15 x 20 cm
23,3 x 28,3 cm (framed)
Edition of 100
Cat. Rais. Butin No. 146
Copyright Gerhard Richter (18012024); Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Tino Kukulies, Düsseldorf

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