Julius von Bismarck
Talking to Thunder

31. März – 6. Mai 2017
Sies + Höke, Düsseldorf

Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
123 antler tips
Dimensions variable
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
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123 antler tips
Dimensions variable
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
123 antler tips
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Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
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123 antler tips
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Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
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Fine Art Print on Photo Rag Baryta
Edition of 3 + 2 AP
225 x 150 cm
228,8 x 153,8 cm (framed)
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
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Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
Fine Art Print on Photo Rag Baryta
225 x 150 cm
228,8 x 153,8 cm (framed)
Edition: 3 + 2 AP
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
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Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
pressed and dried plants, mounted on stainless steel plates
280 x 268 cm
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
pressed and dried plants, mounted on stainless steel plates
260 x 100 cm
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
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pressed and dried plants, mounted on stainless steel plates
248 x 205 cm
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
pressed and dried plants, mounted on stainless steel plates
166 x 143 cm
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf
HD video
Copyright Sies + Höke, Düsseldorf; Photo Achim Kukulies, Düsseldorf

In seiner ersten Einzelausstellung bei Sies + Höke zeigt der in Berlin lebende Künstler Julius von Bismarck (*1983) mehrere neue Werkgruppen, die das Naturphänomen des Blitzschlags in den Mittelpunkt stellen.

Als Ende August 2016 bekannt wurde, dass auf der Hardangervidda-Hochebene im Süden Norwegens mehr als 300 Rentiere vom Blitz getroffen wurden, buchte Julius von Bismarck sofort den nächsten Flug. Ein gecharterter Fischerkahn brachte ihn und sein Team in die Nähe; anderthalb Tage Fußmarsch später stand er vor dem Schauplatz der Naturkatastrophe historischen Ausmaßes. Die traurigen Trophäen dieser Reise sind 130 Geweihspitzen unterschiedlicher Länge, mal wenige Zentimeter, mal bis zu 30 cm lang, die er den Tierkadavern vor Ort abgenommen hat. Jede einzelne Geweihspitze, die für diese Ausstellung in Edelstahl gefasst und auf einer Metallstange in Rentier-Kopfhöhe montiert wurde, zeugt von der unbarmherzigen Brutalität der Natur, die für uns so unerklärlich ist.

Julius von Bismarck interessiert sich für verschiedene Konzepte von Natur: dem in der westlichen Welt verbreiteten Dogma von Natur als schützenswerter Umwelt stellt er das Bild der Natur als strafender Gottheit gegenüber, einer den Menschen unnachgiebig heimsuchenden Naturgewalt, die es zu besänftigen und anzubeten gilt. Im Norden Kolumbiens traf er den Schamanen eines Indianerstammes, dessen Volk durch die in dieser Gegend häufig vorkommenden Gewitter gezeichnet ist, und der mit dem Donner spricht, als sei er ein reales Gegenüber. So entstand der Titel dieser Ausstellung, „Talking to Thunder“.

Seit er vor etwa 10 Jahren in der Wildnis im Auto übernachtend von einem Blitz getroffen wurde, versucht von Bismarck, Blitze zu zähmen. Er reiste nach New Mexico zu einer Blitzforschungsstation, nach Florida zu einer Navy Basis, und besuchte im Laufe der Jahre immer wieder Venezuela – hier gibt es eine abgelegene Gegend, in der es besonders häufig gewittert.

Die Spannung zwischen Himmel und Erde kann man messen. Ist sie besonders hoch, lässt sich ein Blitz provozieren, indem man ihm eine Brücke baut, beispielsweise in Form eines mit Kevlar versponnenen Kupferfadens, der durch eine kleine Rakete in den Himmel geschossen wird. In einem Fischerdorf mitten im venezolanischen Dschungel ist es von Bismarck nach langen Experimenten geglückt, mehrere Blitze einzufangen. Mit einer Zeitlupenkamera hat er eindrucksvolle Gewitterbilder gefilmt: Blitze durchranken den Himmel, Pflanzen wiegen sich im Sturm, Regenböen peitschen die Wasseroberfläche eines Sees. Diese Aufnahmen, die in Zeitlupe naturgemäß stumm sind, hat der Künstler mit imitierten Geräuschen selbst vertont. Das resultierende Video ist im 3. OG zu sehen.

In verschiedenen Fotografien zeigt von Bismarck zusätzlich, wie der Blitz einschlägt in Palmen, tropische Gewächse und einen See. Der Blitz selbst wird hier zum skulpturalen Objekt, fast greifbar.

Viele Wochen verbrachte von Bismarck mit seinem Team im Venezolanischen Dschungel. Was auf den ersten Blick paradiesisch wirkt, kehrt sich schnell zum Gegenteil: die Luftfeuchtigkeit unerträglich, der Strand ölverschmiert, das Wasser bakteriell und chemisch stark belastet. Die regennassen tropischen Pflanzen sehen im Fernglas aus wie zweidimensionale Kulissen, die hintereinander aufgestellt sind – fast wirken sie wie die westliche Idee vom Dschungel, die lange durch botanische Zeichnungen oder die Malerei von Henri Rousseau geprägt wurde. Die unwirklich aussehenden Pflanzen dieser menschenunfreundlichen Gegend hat von Bismarck gepresst, getrocknet und auf Edelstahlplatten montiert. Unter dem Titel „I like the flowers“ sind sie Teil dieser Ausstellung. Mal erstaunlich schön, dann wieder brutal verformt zeugen sie von der langen Tradition menschlichen Eingreifens in die Natur.

Julius von Bismarck (*1983) wuchs in Riad (Saudi-Arabien) und Berlin auf, wo er lebt und arbeitet. Zu seinen Einzelausstellungen zählen: I Like The Flowers, Kunstverein Frankfurt, Frankfurt (2017); Objects in mirror might be closer than they appear (mit Julian Charrière), Villa Bernasconi, Grand-Lancy (2016); Tiere sind dumm und Planzen noch viel dümmer, Kunstverein Göttingen, Göttingen (2015) und History of Apparatus, Kunstverein Arnsberg, Arnsberg (2014). Zu seinen Gruppenausstellungen zählen: PRODUKTION. made in germany drei, Sprengel Museum, Hannover (2017); The 1st Antarctic Biennale, Antartic (2017); Deep Inside, 5th Moscow International Biennale for Young Art, Moskau (2016); Kunstpreis der Böttcherstraße, Kunsthalle Bremen, Bremen (2016); Under Arms. Fire & Forget 2, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main (2016); Welcome to the Jungle, KW Institute for Contemporary Art, Berlin (2015); Fire and Forget, KW Institute for Contemporary Art, Berlin (2015) and Egocentric System, Art Basel Unlimited, Basel (2015). Julius von Bismarck erhält 2017 den Kunstpreis der Stadt Wolfsburg.

About Julius von Bismarck

In his works Julius von Bismarck explores people’s ability to perceive, and he uses the laws of physics to challenge the way we are used to seeing things.

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