FORT
FANTASY ISLAND
8. Feb. – 25. Mai 2025
Weserburg | Museum für moderne Kunst, Bremen
Gespräch mit dem Künstlerinnen-Kollektiv FORT und Katalog-Release
Freitag, 9. April 2025, 18:00 Uhr
Ort: Bibliothek, Weserburg | Museum für moderne Kunst, Bremen
Das Künstlerinnenkollektiv FORT, bestehend aus Alberta Niemann (geb. 1982 in Bremen) und Jenny Kropp (geb. 1978 in Frankfurt/Main), verbindet Kunst und Alltag auf besondere Weise. Mit pointiert eingesetzten Mitteln beschwören sie Geschichten von eindrücklicher Intensität. Aktuell zeigen sie in der Ausstellung FANTASY ISLAND auf über 800 m² ihre Arbeiten: von großformatigen Skulpturen, rätselhaften Objekten bis hin zu raumgreifenden Installationen. Im Gespräch mit Kurator Ingo Clauß geben FORT Einblick in ihr künstlerisches Schaffen. Was inspiriert sie? Welche gesellschaftliche Rolle hat für sie die Kunst? Wie ist es als Duo zu arbeiten? Dabei geht es von den frühen Anfängen in Bremen über Projekte im In- und Ausland auch um ihre neuesten Werken und Projekte.
Abschließend wird der begleitende Katalog zur Ausstellung vorgestellt (Hardcover, 80 Seiten, 29 Euro an der Museumskasse).
Im Rahmen der Ausstellung FORT. FANTASY ISLAND
Ein verwaister Drogeriemarkt mit leeren Regalreihen. Herzförmige Ballons, die durch die Ausstellung schweben. Ein Raum voller Schränke, aus deren Innern Kinderlieder erklingen. Die Ausstellung FANTASY ISLAND versammelt irritierende Werke. Alltagsszenarien und Objekte, die zunächst vertraut erscheinen, aber durch subtile Verfremdungen einen surrealen, bisweilen unheimlichen Charakter erlangen.
Das Künstlerinnenkollektiv FORT, bestehend aus Alberta Niemann (1982 in Bremen) und Jenny Kropp (1978 in Frankfurt/Main), verbindet Kunst und Alltag auf besondere Weise. Mit pointiert eingesetzten Mitteln beschwören sie Geschichten von eindrücklicher Intensität. Dabei pendeln ihre Werke zwischen humorvoller Leichtigkeit und poetischer Tiefe.
FANTASY ISLAND zeigt auf über 800 m² eine große Bandbreite aus dem künstlerischen Schaffen des international renommierten Künstlerinnenkollektivs, von großformatigen Skulpturen, rätselhaften Objekten bis hin zu einer großen, raumgreifenden Soundinstallation, die speziell für Bremen entwickelt wurde. Gemein ist den Werken eine Atmosphäre der Melancholie, ein Gefühl von Verlust und Einsamkeit, das viele Menschen gegenwärtig teilen können.
Kuratiert von Ingo Clauß
Speziell für die Räume der Weserburg ist die Soundinstallation Last Song (2025) entstanden. FORT widmet sich alten Schlaf- bzw. Wiegenliedern aus verschiedenen Ländern. Über die Kulturkreise hinweg verbindet das historische Liedgut eine überraschend düstere und tiefgründige Stimmung. Die sanften Melodien vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit. Sie sollen die Kinder in den Schlaf begleiten. Doch tragen die Texte eine tiefergehende Symbolik und Doppelbödigkeit in sich. Ängste und Sorgen, die dunklen Aspekten des Lebens bis hin zum Tod werden heraufbeschworen.
15 Schränke und eine Truhe, verteilt in einem dunklen Raum, bieten den Rahmen für die Soundinstallation. Aus den Möbeln sind Kinderstimmen zu hören, die in den verschiedenen Sprachen Schlaflieder singen – eine mehrschichte Klangkomposition, die die Stimmen vereinzelt, überlagernd, ineinandergreifend oder in wenigen Momenten auch als raumfüllenden Chor erlebbar macht. Verlust und Vergänglichkeit sind in den Liedern stets präsent, werden mal subtil, mal ganz konkret angesprochen. Ein Beispiel ist das deutsche „Maykäfer flieg“. Mitunter erhält auch das Übernatürliche Einzug, wie zum Beispiel die Hexe Befana, der furchterregende Papão oder die Schreckgestalt Coco.
FORT spricht mit Last Song Kindheitserinnerungen an und macht zugleich die Unterschiede wie auch die Gemeinsamkeiten kultureller Hintergründe bewusst. Denn je nach Ursprung reflektieren die Lieder die historischen Kontexte von Verlust, sozialen Nöten oder Krankheiten. Die Ambiguität, die hintergründige Intensität und Doppelbödigkeit, kennzeichnend für viele Werke der Künstlerinnen, hält verschiedene individuelle Zugänge offen, verbindet damit persönliches Erleben und kulturelles Räsonnement.
Booklet: Last Song (PDF)
Das Werk Last Song (2025) wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung der Akademie der Künste, Berlin