Krysten Cunningham
11. April 2008 – 09. Mai 2008
Eröffnung: Freitag, 11. April, 19-22 Uhr
Die in Los Angeles lebende Künstlerin Krysten Cunningham (*1973) bildet skulpturale Objekte, die sich aus geometrisch anmutenden Formen zusammensetzen und einen Raumkörper suggerieren. Erstmals zeigt die Ausstellung in der Sies + Höke Galerie Arbeiten der Künstlerin in Deutschland.
Ein zentrales Motiv in den Arbeiten von Krysten Cunningham stellt die Auseinandersetzung mit Raum und Zeit dar. Der Entstehungsprozess ihrer Skulpturen gestaltet sich minutiös: Die aus Stäbchen oder Antennen konstruierten Gebilde werden mit Wolle oder Garn sukzessive von der Künstlerin von Hand umspannt.
Cunningham verbindet technisches Material mit textiler Handarbeit und erzeugt dadurch ein taktiles räumliches Gebilde. Die Strenge des Objekts durch klar definierte Formen und Begrenzungen wird durch eine sensible, haptische Oberfläche durchbrochen. Die Vielfältigkeit der Skulpturen, die perspektivisch mehrere Ebenen suggerieren, artikuliert sich auch in der Farbigkeit der verwendeten Textilien, wodurch Form und Material im Wechselspiel eine Dreidimensionalität erzeugen. Die Farbigkeit des textilen Materials wird von Krysten Cunningham selbst erzeugt, indem sie Garn und Wolle von Hand färbt. Der Eingriff in die Produktion des Objekts von Anbeginn des Entstehens, dieses akribische Unterfangen, verweist auf die Aufmerksamkeit der Künstlerin für das Detail, für Mängel und Diskrepanzen. Durch diese bewussten Unstimmigkeiten in der Entstehung jeder einzelnen Skulptur wird ihre Einzigartigkeit konstatiert und bestärkt.
Ihre skulpturalen Objekte führen sowohl einen Dialog auf formaler als auch auf inhaltlicher Ebene. Die Objekte greifen zwar durch spitze Stäbe in den Raum ein, versinken jedoch gleichzeitig in eine selbstreferentielle Dimension. Diese Innenperspektive, die durch den ‘Raum im Raum’ hervorgerufen wird, äußert sich in einer vielschichtigen Artikulation von Kontext und Konzept. Cunningham erzeugt voluminöse Skulpturen, die in einem steten Austausch zwischen Bewegung und Verharren introvertierte als auch extrovertierte Resonanzräume entstehen lassen.