Federico Herrero
17. Mai 2008 – 21. Juni 2008
Eröffnung: Samstag, 17. Mai, 19-21 Uhr
Das Werk des aus Costa Rica stammenden Künstlers Federico Herrero zeichnet sich durch eine stetige Auseinandersetzung der Kunst mit dem Alltag sowie dem Dialog zwischen architektonischen Elementen und einer künstlerischen Formensprache aus.
Sein Umgang mit Malerei lässt sich nicht auf einen bestimmten Raum oder einen bestimmten Ort begrenzen, denn seine Malerei bahnt sich ihre Wege über Wände und Böden. So sucht Herrero immer wieder seit Anbeginn seiner künstlerischen Tätigkeit den öffentlichen Raum auf, um seine Kunst zu präsentieren: Inmitten der Stadt bestimmt er beispielsweise graue Betonpfeiler zum Gegenstand seiner Malerei oder Bäume werden zu Träger seiner Bilder.
Jedes Objekt erscheint bei Herrero kunstwürdig zu sein und so zeigt sich in seiner Kunst ein fließender Übergang von funktionalen zu künstlerischen Elementen. Die Kommunikation und die Verschmelzung von Raum und Kunst fordern die Spontaneität und die Improvisation in seiner Malerei und charakterisieren diese zugleich.
Dieser Ausbruch aus reglementierten Formen hinterlässt auch seine Spuren, wenn Herrero seine Malerei in eine Galerie transponiert und diese auf Leinwände zum Teil einschränkt. Die Kreationen, in denen Farbfelder intensiver Leuchtkraft und unterschiedlicher Farbigkeiten miteinander korrespondieren, scheinen einer gewissen Willkür in ihrem Entstehungsprozess zu entspringen. Jedoch offenbaren die großformatigen Gemälde Figuren oder Landschaften, die der Betrachter nur durch Kontemplation zu erkennen vermag. Denn die mosaikähnlichen Farbfelder irritieren den Betrachter zunächst, aber eröffnen auf dem zweiten Blick kleine Mikrokosmen. Verstärkt werden diese implizite Welten durch phantasiehafte Wesen, die immer wieder in Herreros Bildwelt auftauchen und auf dem Leinwandhintergrund isoliert wirken.
In der Sies + Höke Galerie präsentiert der Künstler zum dritten Mal eine Einzelausstellung, in der neue Malerei des Künstlers zu sehen sein wird. Zugleich wird der Ort aber auch unmittelbare Veränderungen durch malerische Eingriffe erfahren, indem Herrero speziell für diese Ausstellung ortsbezogene Raum- und Wandmalereien konzipieren wird.